25 Jahre Jochen-Klepper-Haus in Ebnat

Im Jahr 1955 wurden die (zu jener Zeit) 109 evangelischen Christen des damals noch nicht zu Aalen gehörenden Dorfes Ebnat der im Jahr zuvor gegründeten „Evangelischen Kirchengemeinde Unterkochen“ zugeteilt. Mit zunehmender Zahl im Lauf der folgenden Jahre und Jahrzehnte verstärkte sich der Wunsch nach einem „eigenen“ Versammlungsort, nicht nur für monatlich stattfindenden Gottesdienste, sondern auch für die entstandenen Spielgruppen.  

Ein Ort war bereits 1979 gefunden, als die Kirchengemeinde von der Stadt Aalen das zentral gelegene Grundstück in der Jägerstraße erwerben konnte, in Form eines Grundstückstauschs gegen ein geerbtes Grundstück in der Danziger Straße in Unterkochen. Die Finanzierung eines „richtigen“ Gemeindehauses erschien zunächst unmöglich und hätte die Möglichkeiten der Kirchengemeinde weit überfordert.

Anfang 1991 kam überraschend ein Angebot des Oberkirchenrats, ein Fertigbau-Gemeindehaus, das damals in Böblingen stand, günstig übernehmen zu können. Der Kirchengemeinderat stimmte zu und in nur einem Jahr waren nicht nur alle Formalitäten erledigt, auch das Fundament und die Anschlüsse waren verlegt, das Haus aufgebaut und eingerichtet. So stand der feierlichen Eröffnung am 22. März 1992 durch Pfarrer Friedrich Stotzka nichts entgegen. Benannt wurde das Haus nach Jochen Klepper, einem evangelischen Theologen, Schriftsteller und Kirchenliederdichter.

Zu den monatlichen Gottesdiensten, der Kinderkirche, mehrmals im Jahr auch in Ebnat stattfindenden Kirchengemeinderatssitzungen und den fast täglich stattfindenden Spielgruppen, Miniclubs und Zwergengruppe kamen im Lauf der Jahre weitere Nutzer des Gebäudes dazu. Die Mütter aktueller und ehemaliger Spielgruppenkinder treffen sich schon seit vielen Jahren monatlich zum Nachtcafe. Auch der „russische Frauenhauskreis“ nutzt das Gebäude seit ein paar Jahren für die wöchentlichen Treffen und regelmäßige Gottesdienste. Vor 9 Jahren startete die erste Jungbläsergruppe, aus der sich der Posaunenchor Ebnat entwickelte, der sich zur wöchentlichen Probe hier trifft. Schon über 15 Jahre nutzt die Bezirksbläserarbeit das Haus für jährlich stattfindende Fortbildungen.

So hat sich das Jochen-Klepper-Haus in den 25 Jahren seines Bestehens in Ebnat von einem Provisorium zu einem sehr wichtigen Bestandteil des Gemeindelebens der Evangelischen Kirchengemeinde Unterkochen-Ebnat entwickelt. 

Wie gut das Jochen-Klepper-Haus in Ebnat angenommen wird, zeigte sich einmal mehr am vergangenen Sonntag: mehr als 100 Gottesdienstbesucher füllten den Saal. Die Begrüßung erfolgte durch den Posaunenchor, der dieses Mal „im Grünen“, also dem Garten spielte und dank offener Fenster auch gut im Saal hörbar war. Musizierten beim ersten Bläsergottesdienst mit „erweitertem Kirchenkaffee“ vor genau 10 Jahren noch sechs Bläser des Posaunenchors Oberkochen, so waren es jetzt 14 Bläserinnen und Bläser des Posaunenchors Ebnat unter der Leitung von Tilman Schmachtel. Verstärkt wurden sie durch Gäste aus benachbarten Chören, darunter zwei Bläser des Posaunenchors Oberkochen, die vor 10 Jahren auch schon dabei waren.

Im Verlauf des Gottesdiensts brachten sich auch alle anderen Gruppen ein, die das Jochen-Klepper-Haus nutzen: Vertreter der Spiel- und Krabbelgruppen und Miniclubs führten das „Händewasch“-Bewegungslied auf, der Frauenhauskreis trug gefühlvoll ein Lied vor und natürlich waren auch viele Kinder der Kinderkirche da. Pfarrer Manfred Metzger belohnte nicht nur jede Gruppe mit einem „Spionle“, auch die Organistin Simone Frank, die drei Ebnater Kirchengemeinderäte und alle „dienstbaren Geister“, die sich um Erhalt und Pflege des Hauses und des Gartens kümmern, erhielten auch je eines.

Anstelle einer klassischen Predigt gab Pfarrer Metzger einen Rückblick nicht nur auf die Geschichte des Hauses, sondern auch auf die der evangelischen Bewohner Ebnats. Ortsvorsteher Manfred Traub überbrachte zu den Glückwünschen, auch einen Beitrag der Gemeinde zum Erhalt des Hauses. In seiner Ansprache betonte er, dass nicht das Haus alleine wichtig sei, sondern die Gruppen und Menschen, die sich hier treffen und es mit Leben füllen und gemeinsam etwas schaffen.

Nach dem Nachspiel des Posaunenchors wurde der Saal dank der Hilfe vieler fleißiger Hände schnell für den Kirchenkaffee hergerichtet. Wie seit nunmehr mindestens 10 Jahren Tradition gab es nach dem Bläsergottesdienst ein Weißwurstfrühstück, natürlich mit Weizenbier. Dieses Jahr hatte man sogar zusätzlich noch die Wahl aus 10 verschiedenen Salaten und 15 unterschiedlichen Kuchen. Ein Angebot, das von den mehr als 60 Gästen dankbar angenommen wurde. 

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