17.06.2018: Konzert des „Schwäbischen Posaunendienst“

Es ist schon eine besondere Ehre, wenn der „Schwäbische Posaunendienst“ anreist und ein Konzert gibt. Das Auswahlensemble des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg spielt sonst eigentlich nur bei großen Anlässen, z.B. der Eröffnung des Landesposaunentags oder bei 50- oder 100-Jahrfeiern von Posaunenchören. Durch einen glücklichen Zufall war aber einer der begehrten Termine frei und so konnte Pfarrer Manfred Metzger am vergangenen Sonntag, 17.6.2018 den „Schwäbischen Posaunendienst“ in der gut gefüllten Friedenskirche in Unterkochen begrüßen.

Unter der Leitung des Landesposaunenwarts und Kirchenmusikdirektors Hans-Ulrich Nonnenmann begannen eine Bläserin und 11 Bläser das Konzert fast schon traditionell mit einem Satz von J.S. Bach. Dem jubelnden Schlusschoral der Kantate BWV 129 folgte unmittelbar kontrastierend die moderne „Fanfare for Brass“ des zeitgenössischen Komponisten Dieter Wendel.

In den folgenden anderthalb Stunden wechselten sich klassische und zeitgenössische Kompositionen ab. Neben Bearbeitungen zu Kirchenliedern wie „Geh aus mein Herz und suche Freud“ und „Ich singe dir mit Herz und Mund“ erklangen auch freie Kompositionen wie die dreisätzige „Sonata Praeclassica“ von Jan Koetsier. Durch den Einsatz unterschiedlicher Instrumente (bis zu 3 verschiedene Trompeten setzte ein Bläser in einem Stück ein) und durch den gezielten Einsatz von Dämpfern verstanden es die Bläser, die Klangfarbe perfekt dem jeweiligen Stück anzupassen. So vermisste wahrscheinlich kein Zuhörer auch bei ganz klassischen Stücken wie dem 1. Satz des 3. Brandenburgischen Konzerts von J.S. Bach oder dem 4. Satz der „Reformationssinfonie“ von F. Mendelssohn Bartholdy oder der „Moldau“ von B. Smetana die Originalbesetzung.

Auch wenn der ein oder andere zuhörende Posaunenchorbläser dachte, dass er eines der „aktuellen“ Stücke wie „10.000 Reasons“ oder „Down by the riverside“ schon kennt, konnte er feststellen, dass in die ihm bekannte, aktuelle Literatur dann doch eher vereinfachte oder verkürzte Versionen Einzug fanden. Die vorgetragenen Stücke jedoch waren alle speziell für das 12-stimmige Ensemble geschrieben oder zumindest arrangiert worden und dementsprechend deutlich klangprächtiger. 

Bei den Bearbeitungen zu den Kirchenliedern „Ich singe dir mit Herz und Mund“ und „Hirte deiner Schafe“ nahmen die Konzertgäste die Möglichkeit wahr, singend mitzumusizieren. Nach Schlussgebet, Segen und „Ich sing′ Dir mein Lied“ konnten die begeistert applaudierenden Zuhörer den Musikern noch „One more dance“ und den „Abendsegen“ als Zugaben entlocken, dann war ein virtuoses Blechbläserkonzert leider zu Ende.

Nach dem Konzert nahmen viele Gäste die Einladung zu einem kleinen Ständerling in der Kirche an. Neben Sekt und anderen Getränken kamen vor allem die süßen und salzigen Knabbereien an, die von Mitgliedern des Posaunenchors Ebnat gebacken und angeboten wurden.

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